| Fortsetzung von Teil 2: Es wären spezielle Großbanken, die solche Geschäfte mit der Fed abwickeln dürften, es bestünde für die Kunden überhaupt kein Risiko! Wenn er es selbst nicht schon einige Male gesehen hätte, würde er es auch nicht glauben, so versicherte er mir.
Innerlich fragte ich mich nun, warum er noch hier in diesem (Verzeihung) scheiß Büro saß.
Er musste doch schon Millionen verdient haben... Damit hörten wir auf der letzten Seite auf. Ob ich denn, so fragte ich ihn weiter, gemeinsam mit einem Kunden bei solch einem tollen Deal zuschauen dürfe (ich hatte natürlich keinen Kunden und hatte auch beileibe nicht vor, einen zu bringen, muss ich
hier einschieben, nicht dass Sie, liebe Leserin, lieber Leser denken, bei mir sei ein gewaltiger Sparren locker gewesen!!). Begleiten dürfte ich den Kunden selbstverständlich, antwortete er. Nur – ich dürfe nicht mit zur eigentlichen Transaktion, es sei denn, ich sei der Anleger. Er dürfe dort auch nicht mit, dies würde alleine der “Zugangsmann” abwickeln.
Alles sei höchst vertraulich. Im Übrigen müsste ich und natürlich jeder mögliche Kunde vorab eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnen, die sehr weit ginge und umfassend sei. Das sei aber zum Schutz von allen Beteiligten unabdingbar.
Wichtig sei dann, betonte er nochmals, dass der Kunde bereit sei, direkt nach der Unterzeichnung der Vertraulichkeitserklärung, vor dem Treffen (zB. in der Schweiz), einen bestimmten Prozentsatz vom anzulegenden Kapital, mindestens aber 50.000 Euro,
als sog. Prüfungsgebühr zu zahlen. Sein Zugangsmann würde nach dem Geldeingang auf einem schweizer Konto sofort alles in die Wege leiten. Das war er doch. Der Haken. Sogar ein ziemlich großer Haken.
Wer kann denn (noch mal Verzeihung) so blöde sein und auf solch eine Geschichte reinfallen??
Wie ich heute weiß: Leider mehr Menschen als man gemeinhin denkt. Ob der Betrag nun 50.000 oder 25.000 ist – es gibt immer Menschen, die zwar oftmals schon genug Geld haben, aber
offensichtlich den Hals nie voll bekommen können.
Ich muss kurz einflechten, dass Herr K. übrigens mittlerweile nicht mehr Vorsitzender des o.g. Verbandes ist...
Menschen, die es verstehen, Vertrauen zu erwecken und in Anderen die (latent vorhandene) Gier nach (noch mehr) Geld zu entfachen bezeichne ich als super gefährlich. Andere nennen sie Betrüger. Wieder Andere sagen, wenn jemand auf solch einen hahnebüchenden Unsinn hereinfällt, geschieht es ihm Recht. Wenn irgendetwas so klingt, als sei es zu gut um wahr zu sein, dann ist es zu gut, um wahr zu sein! 1te Maxime zur Vermeidung des Weges eines Verlierers: Finger weg, wenn es zu gut klingt.
Offensichtlich scheint es so zu sein, dass der Mensch betrogen werden will. Je höher und unwahrscheinlicher die versprochene Rendite ist, um so leichter springt er darauf an. Das Schlimme ist, dass in dieser Masche mit Begriffen operiert wird, die fast jeder von uns schon mal in irgendeinem Zusammenhang gehört hat:
ZB. “Overnight Money” – ein Begriff, den es tatsächlich gibt und der eine spezielle Form des Kapitaltransfers
(so will ich es ausdrücken) von Banken untereinander ist. Fragen Sie Ihren Ansprechpartner in der Bank, er wird Ihnen alles genau erklären können. Jedenfalls kann damit kein nennenswertes Geld verdient werden. Oder “Trading” – heißt schlicht (an der Börse) handeln. Kein Mensch braucht für ein Trading-Geschäft eine schweizer oder liechtensteiner Großbank. Jeder, der mit Optionen oder Kontrakten, Öl, Edelmetall oder anderen Gütern handeln will, kann das über seine Bank in Deutschland oder
ein Brokerhaus selbst tun. Nur dann wird über ausländische Banken “abgewickelt”, wenn nicht offengelegt werden “darf” – besser kann, denn es gibt ja nichts zum offenlegen - was das eigentliche “(Trading-)Geschäft” beinhaltet. Halten Sie sich von allen Geschäften fern, die Sie nicht bis in den letzten Winkel durchschauen können. 2te Maxime zur Vermeidung des Weges der Verlierer: Finger Weg, wenn Sie irgendetwas nicht verstehen. Zum 4ten Teil geht´s hier. | |